{"id":22,"date":"2026-07-31T00:21:07","date_gmt":"2026-07-30T22:21:07","guid":{"rendered":"https:\/\/powersmartcoat.de\/sommerlicher-waermeschutz-din-4108-2\/"},"modified":"2026-07-31T00:21:07","modified_gmt":"2026-07-30T22:21:07","slug":"sommerlicher-waermeschutz-din-4108-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/powersmartcoat.com/vn\/sommerlicher-waermeschutz-din-4108-2\/","title":{"rendered":"Hi\u1ec7u N\u0103ng Nhi\u1ec7t M\u00f9a H\u00e8: DIN 4108-2 Y\u00eau C\u1ea7u G\u00ec"},"content":{"rendered":"<p>Sommerlicher W\u00e4rmeschutz wird meist als Komfortthema behandelt. Er ist aber ein Nachweisthema: DIN 4108-2 verlangt ihn f\u00fcr Neubauten und f\u00fcr bestimmte \u00c4nderungen im Bestand \u2014 unabh\u00e4ngig davon, ob eine K\u00fchlung eingebaut wird oder nicht.<\/p>\n<h2>Die Norm rechnet mit einem Kennwert, nicht mit einer Temperatur<\/h2>\n<p>Das vereinfachte Verfahren nach DIN 4108-2 Abschnitt 8 stellt einen <strong>vorhandenen Sonneneintragskennwert<\/strong> S<sub>vorh<\/sub> einem <strong>zul\u00e4ssigen<\/strong> S<sub>zul<\/sub> gegen\u00fcber. Der Nachweis ist erbracht, wenn gilt:<\/p>\n<p><code>S<sub>vorh<\/sub> \u2264 S<sub>zul<\/sub><\/code><\/p>\n<p>S<sub>vorh<\/sub> ergibt sich im Kern aus dem Verh\u00e4ltnis der Fensterfl\u00e4chen zur Nettogrundfl\u00e4che des Raumes, gewichtet mit dem Gesamtenergiedurchlassgrad der Verglasung und dem Abminderungsfaktor der Sonnenschutzvorrichtung.<\/p>\n<p>S<sub>zul<\/sub> wird aus Anteilen zusammengesetzt, die unter anderem abh\u00e4ngen von:<\/p>\n<ul>\n<li>der <strong>Sommer-Klimaregion<\/strong> \u2014 Deutschland ist in die Regionen A, B und C eingeteilt, von k\u00fchl bis sommerhei\u00df<\/li>\n<li>der <strong>Bauart<\/strong>, also der wirksamen W\u00e4rmespeicherf\u00e4higkeit: leicht, mittel oder schwer<\/li>\n<li>der <strong>Nachtl\u00fcftung<\/strong> \u2014 erh\u00f6hte Nachtl\u00fcftung darf angerechnet werden<\/li>\n<li>der <strong>Fensterneigung und -orientierung<\/strong><\/li>\n<li>der Frage, ob eine <strong>passive K\u00fchlung<\/strong> vorhanden ist<\/li>\n<\/ul>\n<p>Reicht das vereinfachte Verfahren nicht aus oder wird es \u00fcberschritten, ist der Nachweis \u00fcber eine <strong>thermische Geb\u00e4udesimulation<\/strong> nach DIN 4108-2 in Verbindung mit DIN EN ISO 52016-1 zu f\u00fchren. Bewertet wird dann \u00fcber \u00dcbertemperaturgradstunden.<\/p>\n<h2>Die Reihenfolge der Wirksamkeit ist eindeutig<\/h2>\n<p>In der Praxis wird oft zuerst \u00fcber die Verglasung diskutiert. Das ist selten der gr\u00f6\u00dfte Hebel. Die Rangfolge:<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Au\u00dfenliegender, beweglicher Sonnenschutz.<\/strong> Raffstore, Rollladen, Markise. Er f\u00e4ngt die Strahlung ab, bevor sie durch die Scheibe kommt. Der Abminderungsfaktor F<sub>C<\/sub> liegt hier je nach Ausf\u00fchrung im Bereich von etwa 0,25, w\u00e4hrend innenliegende Vorrichtungen deutlich schw\u00e4cher wirken.<\/li>\n<li><strong>Fenstergr\u00f6\u00dfe und Orientierung.<\/strong> Westfenster sind sommerlich am kritischsten: Die Sonne steht am Nachmittag tief, trifft flach auf die Fassade und der Bauk\u00f6rper ist bereits aufgeheizt. S\u00fcdfenster mit hochstehender Sommersonne lassen sich durch eine Auskragung wirksam verschatten, Westfenster kaum.<\/li>\n<li><strong>Wirksame W\u00e4rmespeicherf\u00e4higkeit.<\/strong> Schwere Bauart puffert die Tagesspitze. Genau diese Masse koppelt eine Innend\u00e4mmung vom Raum ab \u2014 ein Punkt, der bei der Wahl zwischen Innen- und Au\u00dfend\u00e4mmung mitgeh\u00f6rt.<\/li>\n<li><strong>Nachtl\u00fcftung.<\/strong> Kostenlos, aber nur wirksam, wenn sich Fenster nachts sicher \u00f6ffnen lassen und die Au\u00dfentemperatur tats\u00e4chlich absinkt. In innerst\u00e4dtischen W\u00e4rmeinseln ist beides oft nicht gegeben.<\/li>\n<li><strong>Der Gesamtenergiedurchlassgrad der Verglasung.<\/strong> Wichtig, aber nachrangig \u2014 und mit einem Zielkonflikt: Ein niedriger g-Wert reduziert im Sommer den Eintrag, im Winter aber auch die solaren Gewinne.<\/li>\n<\/ol>\n<h2>Der Emissionsgrad der Au\u00dfenoberfl\u00e4che geh\u00f6rt auf die kurzwellige Seite<\/h2>\n<p>F\u00fcr die sommerliche Aufheizung einer Fassade oder eines Daches ist nicht der langwellige Emissionsgrad die ma\u00dfgebliche Gr\u00f6\u00dfe, sondern der <strong>kurzwellige Absorptionsgrad<\/strong> f\u00fcr Sonnenstrahlung \u2014 und der h\u00e4ngt am Farbton.<\/p>\n<p>Eine dunkle Fl\u00e4che nimmt einen erheblich gr\u00f6\u00dferen Anteil der Einstrahlung auf als eine helle. Auf einer besonnten Dachfl\u00e4che macht das im Hochsommer einen Unterschied von mehreren Zehnerkelvin in der Oberfl\u00e4chentemperatur.<\/p>\n<p>Beide Gr\u00f6\u00dfen zu verwechseln ist ein verbreiteter Fehler: Der Farbton bestimmt die Aufnahme kurzwelliger Sonnenstrahlung, der langwellige Emissionsgrad die Abgabe von W\u00e4rmestrahlung bei Umgebungstemperatur. Es sind verschiedene Wellenl\u00e4ngenbereiche, verschiedene Zahlen und verschiedene Wirkungen. Ausf\u00fchrlich dazu: <a href=\"\/emissionsgrad-was-er-beschreibt\/\">Was der Emissionsgrad wirklich beschreibt<\/a>.<\/p>\n<h2>Zwei F\u00e4lle, in denen der Nachweis auch im Bestand greift<\/h2>\n<p>Der sommerliche W\u00e4rmeschutz ist kein reines Neubauthema. Er wird auch bei \u00c4nderungen im Bestand relevant, insbesondere:<\/p>\n<ul>\n<li>beim <strong>Ausbau eines bisher nicht beheizten Dachgeschosses<\/strong> \u2014 die kritischste Konstellation \u00fcberhaupt: gro\u00dfe verglaste Fl\u00e4chen in geneigter Lage, wenig Speichermasse, direkte Einstrahlung<\/li>\n<li>bei einer <strong>wesentlichen Vergr\u00f6\u00dferung der Fensterfl\u00e4chen<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>In beiden F\u00e4llen sollte die Frage vor der Ausf\u00fchrung gestellt werden, nicht im ersten Sommer danach.<\/p>\n<h2>Was das f\u00fcr ein Beratungsgespr\u00e4ch hei\u00dft<\/h2>\n<p>Drei S\u00e4tze, die im Gespr\u00e4ch tragen:<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Der Nachweis ist raumbezogen.<\/strong> Er wird f\u00fcr den ung\u00fcnstigsten Raum gef\u00fchrt, nicht f\u00fcr das Geb\u00e4ude als Ganzes. \u201eDas Haus ist gut ged\u00e4mmt&#8221; ist keine Antwort auf die Frage nach dem sommerlichen W\u00e4rmeschutz.<\/li>\n<li><strong>Au\u00dfen schl\u00e4gt innen.<\/strong> Wer den Sonnenschutz innen anbringt, hat die Energie bereits im Raum. Der Unterschied zwischen au\u00dfenliegend und innenliegend ist gr\u00f6\u00dfer als jeder Unterschied zwischen zwei Verglasungen.<\/li>\n<li><strong>Keine Zahl ohne Randbedingung.<\/strong> Klimaregion, Bauart, Nachtl\u00fcftung und Orientierung geh\u00f6ren zu jedem Ergebnis dazu \u2014 sonst ist es nicht nachpr\u00fcfbar.<\/li>\n<\/ol>\n<hr>\n<h3>Quellen<\/h3>\n<ul>\n<li>DIN 4108-2, Abschnitt 8 \u2014 Mindestanforderungen an den sommerlichen W\u00e4rmeschutz, Sonneneintragskennwertverfahren. <em>Hinweis: Seit Mai 2026 gilt die Fassung 2026-05, die 2013-02 ersetzt.<\/em><\/li>\n<li>DIN EN ISO 52016-1 \u2014 Energetische Bewertung von Geb\u00e4uden, thermische Simulation<\/li>\n<li>DIN EN ISO 52022-1\/-3 \u2014 Sonnenschutzvorrichtungen, Abminderungsfaktoren<\/li>\n<li>Geb\u00e4udeenergiegesetz (GEG), Anforderungen an den sommerlichen W\u00e4rmeschutz<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Die genannten Kenngr\u00f6\u00dfen sind Rechenwerte nach Norm unter den jeweils festgelegten Randbedingungen. Sie ersetzen keinen objektbezogenen Nachweis. Ma\u00dfgeblich ist im Einzelfall die jeweils g\u00fcltige Fassung der Norm.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ch\u1ec9 s\u1ed1 thu nhi\u1ec7t m\u1eb7t tr\u1eddi, th\u1ee9 t\u1ef1 \u01b0u ti\u00ean c\u1ee7a c\u00e1c bi\u1ec7n ph\u00e1p, v\u00e0 v\u00ec sao c\u1eeda s\u1ed5 h\u01b0\u1edbng t\u00e2y l\u1ea1i quan tr\u1ecdng h\u01a1n c\u1eeda s\u1ed5 h\u01b0\u1edbng nam. \u0110\u00e2y l\u00e0 v\u1ea5n \u0111\u1ec1 tu\u00e2n th\u1ee7 quy \u0111\u1ecbnh, kh\u00f4ng ph\u1ea3i v\u1ea5n \u0111\u1ec1 ti\u1ec7n nghi.<\/p>\n","protected":false},"author":0,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-22","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bauphysik"],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/powersmartcoat.com/vn\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/powersmartcoat.com/vn\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/powersmartcoat.com/vn\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/powersmartcoat.com/vn\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/powersmartcoat.com/vn\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/powersmartcoat.com/vn\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/powersmartcoat.com/vn\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/powersmartcoat.com/vn\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}